21. Praios, 15 Hal, Thorwal

Mittwoch, Dezember 26th, 2007 Comments Off

Nach einigen Runden bei Morissa hatte der Wirt dann doch etwas Zeit für uns und gab uns den Tipp, dass es im Südwesten eine Kriegerakademie gab. Ein Gast raunte uns noch zu, dass man Probleme im “alten Ugdalf” zu haben schien. Nachdem wir uns vergewisserten, dass dies der Name der besagten Akademie war, beschlossen wir, uns bald der Sache anzunehmen. Etwas Abwechslung war dringend nötig, denn der Ausflug nach Thorwal sollte nicht umsonst gewesen sein.

Zu später Stunde machten wir uns auf, die Zeche zu bezahlen. Dabei fiel uns auf, dass wir dringend unsere Kasse aufbessern mussten. Durin nahm dies in zwergischer Manier zuerst zur Kenntnis und fragte in die Runde, ob nicht jemand von uns der Pflanzenkunde mächtig sei. Er habe gehört, dass man davon gut leben kann. Ronja nickte etwas unsicher, aber machte zunächst darauf aufmerksam, dass wir erst einmal in der Akademie vorbeischauen sollten. Vielleicht könne man dort weitere Informationen erhalten. Und auf die “Probleme” war sie auch mächtig gespannt.

In diesem Sinne mieteten wir uns von unserem letzten Geld im Schlafsaal bei Morissa ein und harrten der Dinge, die da auf uns zukommen sollten.

 

20. Praios, 15 Hal, Thorwal

Samstag, September 1st, 2007 Comments Off

Kurz nach Mitternacht war es schon, als wir die Taverne “Bei Morissa” betraten. Die Begegnung mit dem Hetmann im Kopf wussten wir irgendwie noch gar nicht, wie man sich der Sache am besten annehmen könnte. Felsteyn stand im Raum und zu einem gewissen Isleif Olgardsson sollten wir gehen. Laut unseren bescheidenen Geographie-Kenntnissen müsste sich der Ort ziemlich weit nördlich befinden. Wir beschlossen, uns erst noch ein wenig umzuhören und die örtlichen Tavernen luden förmlich dazu ein.

Allerlei interesssante Leute fand man vor und je später der Abend, umso vielschichtiger wurde es. Man sah neben den bekannten Thorwalern auch einige Zwerge sowie seltsam gekleidete Personen, teilweise in Kutten. Sahen wie Gelehrte aus, aber wir kamen schnell zu der Erkenntnis, dass man solche Leute am besten in Ruhe lässt. Oder waren es vielleicht Geweihte, die aus den hiesigen Tempeln stammten und hier ihren Feierabend zusammen verbrachten? Gut möglich, jedenfalls machten sie keinen besonders geheimnisvollen Eindruck. Mit ein paar schnellen Schritten, soweit dies bei der Fülle an Gästen überhaupt möglich war, drängten wir zur Theke. Ein tiefer Dunst von verschiedenen Tabaksorten lag in der Luft und der Alkohol floss in Strömen. Jeder war guter Dinge und lachte lauthals. Man war sich der Gefahr aus dem Norden gar nicht bewusst, denn obwohl man überall den Aufruf vernommen hatte, machte man sich scheinbar nicht viel daraus. Thorwaler hatten bekanntermaßen vor so gut wie gar nichts Angst…

Als wir die Theke erreichten, musterten die anderen Thekengäste uns kurz, aber befassten sich sogleich wieder mit sich und ihren Gefährten. Wir waren eine bunt gemischte Truppe, aber etwas Besonderes waren wir nicht. Der Anblick von Fremden war allerorts eine vertraute Erscheinung, sofern es kein Ork oder ähnliches war. Nur unsere beiden Elfen zogen sich zur Vorsicht etwas zurück. Spitzohren waren zwar keine Gefahr, doch begegnete man ihnen trotzdem mit Argwohn und Misstrauen. Ganz geheuer erschienen sie niemandem, obwohl sie nicht feindselig waren. Aber sie waren trotz allem eine Spezies, die geheimnisvoll und distanziert allen anderen Völkern gegenüber war.

Nach ein paar Minuten hatte auch schon jeder von uns was zu Trinken vor sich stehen und wir drehten uns langsam zum übrigen Kneipengeschehen um. Jeder von uns ließ seinen Blick aufmerksam durch die Taverne schweifen und sagte dabei kein Wort. Ronja war die Erste, die sich dann wieder Richtung Theke umdrehte und versuchte, den Wirt in ein Gespräch zu verwickeln. Er winkte zurück und versicherte, dass er gleich zu uns kommen würde, aber man sah deutlich, dass seine Zeit doch sehr begrenzt war, um mit uns zu plauschen. Es war in der Tat sehr viel los.

19. Praios, 15 Hal, Thorwal

Mittwoch, August 29th, 2007 Comments Off

Früh um 8 Uhr räkelten wir uns alle aus unseren Decken und machten uns frisch, um den Hetmann zu besuchen. Der Aufruf des Herolds im “Vier Winde” klang uns noch in den Ohren und wir waren schon mächtig gespannt, was uns der Hetmann diesbezüglich zu erzählen hatte.

Unser Weg verlief über den großen Marktplatz, der von seinem Treiben am Vortag nichts eingebüßt hatte. Nein, man hatte den Eindruck, dass er 24 Stunden geöffnet war und auch die Bewohner der Stadt niemals schliefen. Thorwal war eben eine echte Großstadt, in der scheinbar immer was los war.

Vor dem Haus des Hetmanns angekommen, wurden wir zunächst von einer Wache aufgehalten, aber als wir den Aufruf erwähnten, ließ man uns passieren. Hetmann Tronde Torbensson empfang uns sogleich und er hatte einen spürbar erleichterten Ausdruck im Gesicht. Wahrscheinlich hatte sich bisher noch niemand gemeldet, dachte sich Ronja und musterte Tronde von Kopf bis Fuß. Ein Thorwaler, wie er im Buche stand. Eine imposante Natur, die Haut vom Seewind gegerbt baute sich Tronde vor uns auf und mit eindrucksvoller Stimme sprach er: “Fürwahr. Ihr scheint mir die richtigen für unser Problem zu sein, denn die Orks sind auf dem Marsch hierher!”, klang es aus seiner Kehle und einige von uns zuckten beim Wort “Orks” sichtbar zusammen. Ohne auf unsere Reaktion einzugehen, fuhr Tronde fort: “Späher meldeten mir vor Wochen mehrere Gruppen dieser Schwarzpelze, die anscheinend ein gemeinsames Ziel verfolgen, um sich zusammenzurotten. Immer und immer wieder treffen Meldungen von weiteren kleinen Stoßtrupps ein, die für Patrouillen viel zu stark bewaffnet sind. Sie machen auch nicht kehrt und scheinen sich nach Phexcaer aufzumachen. Mittlerweile erreicht die geschätzte Anzahl mehrere tausend und es werden immer mehr werden. Ich bin mir inzwischen sicher, dass es sich um eine Invasionsarmee handelt, der wir zur Zeit jedoch unvorbereitet gegenüber stehen. Jedoch ist mir zu Ohren gekommen, dass die Orks vor einer Waffe panische Angst haben. Eventuell ließe sich mit dieser Waffe den Vormarsch stoppen.”

“Was ist das für eine Waffe?”, fiel Durin dem Hetmann ins Wort. Tronde schaute den Zwerg eine Zeitlang an und begann, davon zu erzählen. “Ein Zyklopenschwert namens… Grimring! Unser Problem ist es, dass Grimring verschollen ist und zuletzt von unserem alten Hetmann Hyggelik geführt wurde. Hyggelik kehrte jedoch nie nach Thorwal zurück.”, antwortete Tronde.

Wir schauten uns alle fragend an und auch der Hetmann ließ diese Information erstmal im Raum verhallen, um uns Zeit zu geben, was wir davon hielten. Ronja übernahm das Gespräch, nachdem sie in fragende Mienen ihrer Gefährten geblickt hatte. “Gibt es denn irgendwelche Hinweise, wo man mit der Suche anfangen könnte? Ich meine, ihr könnt doch nicht ernsthaft in Erwägung ziehen, dass wir jeden Stein in Thorwal umdrehen.”, sagte sie nach kurzer Überlegung.

“Nun…” der Hetmann wiegte mit dem Kopf hin und her “…ich hätte da vielleicht jemanden für euch, den ihr fragen könntet. Es handelt sich um einen gewissen Isleif Olgardsson in Felsteyn. Vielleicht kann er euch helfen. Bei seinem Alter würde mich das auch nicht wundern, denn er macht einen recht guten Eindruck bezüglich der ganzen Geschichte rund um Hyggelik, das wohl.” Ronja wiederholte den Namen leise vor sich hin und grübelte “Isleif Olgardsson…”. “In Felsteyn!”, fügte der Hetmann nochmals hinzu.

Abermals blickten wir uns an und entschlossen uns schließlich, uns dieser Sache anzunehmen. Durin fragte, ob es dafür nicht auch eine Belohnung gäbe. Tronde lächelte auf einmal und sagte: “Natürlich! Lasst euch überraschen, aber es wird des Lohnes nicht wenig sein.” Bei diesen Worten funkelten Durins Augen hell auf und fügte hinzu: “Ich glaube, da gibt es aber noch was, was wir klären sollten… wegen unserer Ausrüstung…”.

Tronde hatte sich indes bereits von seinem Stuhl erhoben und ging zu einem kleinen Tisch, auf dem ein Pergament lag. “Ich habe hier schon etwas in der Art vorbereitet, das euch nützen wird.”, sprach er leise und gab Ronja das Pergament, auf dem sie erkennen konnte, dass es sich um eine Vollmacht handelte. “Dies ist eine Empfehlung von mir für das örtliche Zeughaus, in dem ihr euch ausrüsten könnt. Der Zeugwart wird euch niedrigere Preise berechnen und in seinem Sortiment solltet ihr alles finden können, was ihr braucht.” Mit einem Wink an zwei Wachen entgegnete er: “Tut mir leid, dass ich euch nun zur Tür geleiten muss, aber ich habe noch zu tun und für euch bleibt nicht viel Zeit. Säumet nicht und begebt euch schnellstmöglich nach Felsteyn. Ich werde in der Zwischenzeit alle Thorwaler auf die Invasion vorbereiten, falls ihr scheitern solltet.”

Mit diesen Worten begleiteten uns die Wachen zur Tür und ehe wir es uns versahen, standen wir wieder auf der Straße.

18. Praios, 15 Hal, Thorwal

Montag, Juli 30th, 2007 Comments Off

Nach Mitternacht waren wir schon so sehr angetrunken, dass wir uns gezwungen sahen, das Lokal zu verlassen. Man hatte den Eindruck, dass es dem Wirt sehr recht war, obwohl man es in diesen Gefilden doch sehr tolerant nahm. Zum Glück hatte die Taverne auch eigene Zimmer anzubieten und wir quartierten uns in einem großen Saal ein, wo bereits einige in ihren Ecken lagen und schliefen. Ronja, unsere Magierin, versuchte sich indes in Meditation, um genügend Kraft für den zweiten Stabzauber zu sammeln, der ihr auch gelang. Erschöpft aber zufrieden schob sie sich anschließend unter ihre Decke, um ihren Gefährten ins Traumland zu folgen.

Tags darauf bezahlten wir unsere Unterkunft und verabschiedeten uns vom Wirt der “Vier Winde”. Es war auf jeden Fall eine interessante Adresse, die man sich merken sollte. Frisch gestärkt begaben wir uns zu einem Kräuterhändler, denn es war nie verkehrt, etwas Grünzeug dabei zu haben. Schon bald stiegen uns verschiedene Gerüche in die Nasen, die nicht aus einer Küche stammen konnten. Irgendwo musste solch ein Geschäft zu finden sein. Den Gerüchen folgend standen wir schon bald vor einem Laden, der rege besucht war. Wieder einmal war es Durin, der ohne Umschweife die Tür öffnete und sich etwas umsah. Ronja tat es ihm gleich, da sie wegen ihrem alchimistischen Wissen großes Interesse am Warenangebot des Händlers hatte. Prüfend sah sie sich die verschiedenen Auslagen an und entschied sich, hier und dort einige Kräuter mitzunehmen. Die Händlerin begutachtete die Sträuße und unterbreitete Durin ein Angebot. Natürlich war Durin im ersten Moment nicht davon begeistert, weil auch er wusste, dass Kräuter allgemein sehr teuer sind. Nach wenigen Minuten war er sich mit der Händlerin einig und gab die Kräutersträuße an Ronja weiter, die sie sich sorgsam in ihr Gepäck steckte.

Thorwal bietet für den Reisenden jede Menge Sehenswürdigkeiten an und so entdeckten wir neben einer Mühle, dem großen Turm auch einige Schmiede und Heiler. Die Tempel der Zwölf sahen auch sehr geschmackvoll aus und im Osten der Stadt fand man gegenüber des Industriegebiets auch ein Immanstadion. Leider war zur Zeit keine Saison und der Zutritt blieb uns fürs erste verwehrt. Naja, vielleicht später mal…

Eine solch große Hafenstadt hatte natürlich auch eine Werft, der wir einen Besuch abstatteten. Nun ja, bei den Preisen konnte einem schon schwindelig werden und so blieb uns nichts übrig, als einige im Bau befindliche Schiffe und Boote zu bestaunen, die von wohlhabenden Einwohnern in Auftrag gegeben wurden. Eine Poststation der Beilunker Reiter war ebenfalls vor Ort, sowie der städtische Magistrat. Leider wurden wir gleich wieder abgewiesen. Scheinbar braucht es irgendwelche Passierscheine oder Empfehlungen? Im Zeughaus erging es uns jedenfalls ebenso. Achselzuckend beschritten wir den zweiten Marktplatz und fanden einige interessante, aber im Moment unwichtige Waren an den Ständen.

“Ich hätte gute Lust, hier wieder zu verschwinden!” sagte Durin laut und fügte hinzu “Hier scheint doch nichts los zu sein. Und irgendwas, das auf ein Abenteuer schließen lässt, haben wir auch nicht gefunden.” Seine Gefährten nickten zustimmend. Daraufhin beschloss die Gruppe, ihre letzten Silberstücke in einer Taverne zu lassen und am nächsten Tag weiterzureisen. Die Taverne “Schwert und Zauberei” sah doch sehr einladend aus. Nachdem wir die Tür hinter uns geschlossen hatten, standen wir in einem sehr sauberen Schankraum und der Wirt winkte uns bereits an die Theke heran. Ein paar wenige Gäste waren an einzelnen Tischen in ihren Gesprächen vertieft und nahmen zum großen Teil keine Notiz von unserer Anwesenheit. Man war Auswärtige einfach gewohnt.

Zu späterer Stunde jedoch, wir waren schon beim sechsten Bier angekommen, polterte ein Herold zur Tür herein und kündigte einen Aufruf des örtlichen Hetmanns an. Durin lauschte angespannt und seine Falten im Gesicht verzogen sich mit jedem Satz des Herolds in ein breiteres Grinsen. “Na endlich! Mir scheint, das wäre was für uns!”, atmete er erleichert auf, nachdem der späte Gast davon berichtete, dass der Hetmann eine Gruppe Freiwillige sucht, die etwas für ihn erledigen müssten. Wir fragten den Wirt, wo man diesen Hetmann antreffen könnte und er erzählte nebenbei auch von einer Kriegerakademie im Alten Ugdalf, die sich im Südwesten der Stadt in der gleichen Straße befand, wo auch der Hetmann wohnte. Die Zeche wurde schnell bezahlt und wir bezogen Quartier im “Schwert und Zauberei”, das ebenfalls über Gästezimmer verfügte wie zuvor der Gasthof “Vier Winde”.

Ronja versuchte sich erneut an einem weiteren Stabzauber, war jedoch scheinbar etwas unkonzentriert. Unsere magische Freundin sackte auf ihrer Liegestatt zusammen und schlief auch schnell ein. Die anderen lagen noch eine Zeitlang wach und stellten sich schon in Gedanken auf die Begegnung mit dem Hetmann ein.

17. Praios, 15 Hal, Thorwal

Sonntag, Juli 29th, 2007 Comments Off

In den frühen Morgenstunden erreichten wir per Schiff die Hauptstadt Thorwal. Ermüdet von der Fahrt, die von Efferd und Swafnir gesegnet war, gingen wir von Bord und beschlossen, den Travia-Tempel aufzusuchen. Dort angekommen und von der Göttin gesättigt, machten wir uns mit ein paar Dukaten im Geldbeutel zum nächsten Waffenhändler auf, der gleich am Ende der Straße sein Geschäft hatte.

“Rondra zum Gruße! Ihr seht aus, als ob ihr meine Dienste in Anspruch nehmen müsstet.”, begrüßte uns bereits der Händler am Eingang seiner Tür, der mit einer Pfeife paffend in den Türangeln stand. Er lud uns sogleich ein, uns in seinem Laden, das einen guten Eindruck machte, etwas umzusehen. Und tatsächlich: Wir fanden nach kurzem Suchen einige Dinge in seinem Sortiment, die wir gut gebrauchen konnten. Schließlich war es immer gut, sich in diesen rauhen Zeiten wenigstens verteidigen zu können. Überall und allerorts munkelte man von vermehrten Sichtungen von Orks und vereinzelten Goblins, die harmlosen Wanderern auflauerten, um sie nachts zu bestehlen.

Sogleich trugen wir einige Rüstungen und Waffen zusammen und luden sie dem Händler auf die Theke. “Was macht das, werter Herr?”, fragte Durin, unser treuer zwergischer Freund, der es mit Geld natürlich sehr genau nahm und der geborene Feilscher war. Durin konnte man nichts vormachen. Wenn er der Meinung war, dass etwas nicht der Wertvorstellung des Verkäufers entsprach, dann musste er solange verhandeln, bis man ihm die Ware deprimiert zu einem völlig unvorstellbar billigeren Preis überließ, als man es sich hätte erwarten können. Nach langem Hin und Her erreichte Durin zwar nicht den Preis, den er zahlen wollte, aber letztlich war er mit dem Händler einig und wir konnten uns erstmal im Hinterzimmer des Ladens neu ankleiden und ausrüsten.

Wir streiften ein wenig durch die Stadt, als wir dem Ende einer langen Straße näher kamen, wo ein großer Turm stand, der weit umrankt war. Gleich in der Nähe machte ein Schild deutlich, dass wir uns vor einem Kramladen befanden. Durin öffnete ohne lange Überlegung die Tür. “Einen Dietrich könnte ich gebrauchen. Der letzte ist mir doch dummerweise zerbrochen…”, sagte er leise zu sich selbst. Wir folgten ihm ins Innere des Geschäftes, das sehr geräumig und üppig an Waren ausgestattet war. Schnell erblickte Durin einen Ständer, an dem einige Dietriche aufgehangen waren. Nach einigen Minuten der Prüfung entschied er sich für einen Bund Dietriche und entgegnete nach kurzem Umsehen: “Ich glaube, das reicht erstmal. Sieht alles in allem ziemlich teuer aus hier, findet ihr nicht?”. Noch bevor einer von uns eine Antwort geben konnte, ertönte aus dem Nebenzimmer eine freundliche Stimme: “Ach Kundschaft. Moment, ich bin gleich da!” Kaum vernahmen wir diese Stimme, stand nach wenigen Augenblicken eine hagere Gestalt vor uns. “Dietriche? Sonst nichts? Kann ich Ihnen sonst noch irgendwie zu Diensten sein?”. Durin winkte ab und versicherte: “Ja, das ist alles. Wir brauchen vorläufig nichts weiter. Vielleicht später…”. Der Verkäufer wartete gar nicht erst seine vollständige Antwort ab und nahm dem Zwerg die Dietriche ab, um sie nach wichtiger Geschäftsmanier einpacken zu wollen. “Nein nein, das geht schon so.” entgegnete Durin und fing sofort an, um den Preis zu feilschen. Nachdem auch dieses erledigt war, standen wir wieder auf der Straße.

Nach einigen Stunden Marsch durch die Stadt, die wirklich sehr groß geraten war, war es nun mittlerweile Mittag geworden und die kleine Gruppe beschloss, eine Taverne aufzusuchen, um ein Mahl einzunehmen. Wir erinnerten uns dabei an die Taverne “Vier Winde” gleich gegenüber dieses Krämers, den wir am Morgen bereits kennengelernt hatten. Andererseits blieb uns auch gar nichts anderes übrig, denn diese Taverne war wohl die einzige, die schon ab 11 Uhr geöffnet hatte.

Wir traten also ein und steuerten zielsicher zur Theke, denn es war nicht gerade voll hier. Der Wirt bot uns sofort ein paar Biere an, die wir dankend annahmen…